Entwicklung im Frauen Unihockey

Wie steht es eigentlich um die Entwicklung im Frauen Unihockey und die Anzahl Lizenzierten deutschsprachigen Raum? LadyStrike hat genauer hingeschaut und in einigen Ländern ein ordentliches Wachstum festgestellt.

Im letzten Artikel nach der U19 Weltmeisterschaft 2018 in St. Gallen hat LadyStrike die Frage gestellt: Quo vadis im Schweizer-Frauenunihockey? Nach dem schlechten fünften Rang herrschte viel Ernüchterung in der Szene und für die kommenden Jahre wurden dunkle Szenarien vorausgesagt. Bereits 2018 existierte die Kampagne vom internationalen Floorball Verband (IFF) Go Girls Floorball. Das Ziel der Kampagne: gezielte Förderung der Frauenszene in den einzelnen Ländern. Doch wie ist dies den drei deutschsprachigen Nationen gelungen?

Deutliches Wachstum in der Schweiz

In der Schweiz waren in der Saison 2019 / 2020 knapp 7000 lizenzierte Spielerinnen gemeldet. Dies entspricht einem Wachstum von rund 1000 Spielerinnen seit 2014. Während die Anzahl Lizenzierte bei den Aktiven konstant blieb, konnten die Juniorinnen-Ligen deutlich zulegen. Aktuell sind rund die Hälfte der Spielerinnen in Nachwuchsliegen lizenziert. Gerade die Zahlen bei den jüngsten Spielerinnen explodierten regelrecht. Bei den Juniorinnen E war ein Zuwachs von +114 % zu verzeichnen, bei den Juniorinnen D ein Zuwachs von 93%. Trotz des Zuwachs an Anzahl Spielerinnen, blieb die Anzahl Teams auf einem konstanten Niveau. Wer sich für mehr Zahlen interessiert, finden bei Swiss Unihockey mehr Zahlen.

GoGirls-Ambassadorinnen im Interview .

Stagnation nach Boom in Deutschland

In Deutschland sind in der aktuellen Saison rund 1000 lizenzierte Spielerinnen gemeldet. Während in den Jahren 2011 bis 2016 die Zahl der Spielerinnen um rund 400 Lizenzen gesteigert werden konnte, bewegen sich die Zahlen seit dem Zeitpunkt auf konstantem teils leicht rückläufigem Niveau. Rund zwei Drittel aller gemeldeten Spielerinnen sind unter 19 Jahre alt. Floorball Deutschland hat dazu keine offiziellen Zahlen veröffentlich.

Nischensport in Österreich

Der österreichische Verband war auf Anfrage von LadyStrike nicht zu erreichen. Gemäss Zahlen der IFF spielen in Österreich aktuell rund 150 Frauen und Mädchen Unihockey, wovon 50 im Jugendalter sind.

Weltweite Entwicklung im Frauen Unihockey

Gemäss Statistik der IFF gibt es weltweit rund 75 000 Floorball Spielerinnen, wovon rund 80% in den Top-4 Nationen Finnland, Tschechien, Schweden und Schweiz aktiv sind. Der tiefste Anteil an weiblichen Spielerinnen im Verband weist gemäss Statistik Deutschland mit 7,3 % auf, während bei den Spitzenreiterinnen in Schweden und Estland bei rund einem Drittel liegt.

Lena Best an der WFC
GoGirls-Ambassadorin Anna-Lena Best an der Weltmeisterschaft 2021 in Uppsala. Bild: Peter Bohlin

Interview mit Anna-Lena Best

LadyStrike hat bei GoGirls-Ambassadorin Anna-Lena Best nachgefragt:

Hallo Lena, wie schätzt du den aktuellen Stellenwert von Frauen-Floorball in der Floorballwelt ein?

Schwierige Frage. Prinzipiell hatte ich immer das Gefühl, dass Frauen-Floorball bei der IFF einen hohen Stellenwert hat. In diesem Jahr folgten beide WM’s kurz aufeinander. Da hat man aber doch gesehen, dass der Herren-Sport im Vordergrund steht. Ich fand es schon eher unglücklich, dass die Herren schon angefangen haben und so die Aufmerksamkeit vom Finalwochenende der Frauen weggezogen haben. Was Berichterstattung etc. angeht, finde ich Herren und Frauen-Sport eigentlich recht gleichberechtigt.

Das führt bei vielen Mädchen vermutlich dazu, dass sie den Spass verlieren.

Deutsche Nationalspielerin Anna-Lena Best.

Gemäss IFF gibt es in Deutschland die tiefste Frauenquote in den Top-10 Nationen überhaupt. Was muss sich ändern?

Das war mir gar nicht so bewusst, aber überrascht mich auch nicht. Es gibt deutschlandweit kaum Frauen-Großfeld Ligen und selbst der Kleinfeld-Spielbetrieb ist in einigen Regionen eingeschlafen. Ich habe das Gefühl, dass die Corona-Pandemie diese Thematik auch noch verschlechtert hat. In der Jugend müssen die Mädchen zudem meist mit Jungs zusammenspielen. Es gibt in ganz Deutschland nur zwei reine Kleinfeld-Mädchen-Jugendligen. Das führt bei vielen Mädchen vermutlich auch dazu, dass sie den Spaß verlieren. Ich würde sagen, wir müssen von ganz unten beginnen und mehr Nachwuchsligen auf die Beine stellen. Ein möglicher Schritt könnte beispielsweise sein, dass jedes Bundesligateam ein U15 Mädchen Team an den Start bringen muss.

Wie engagierst du dich als GoGirl-Ambassadorin für den Sport?

Ich engagiere mich vor allem regional bei mir im Verein und trainiere dort unter anderem die U15 Mädchen Mannschaft. In meiner Rolle als Nationalspielerin versuche ich außerdem ein Vorbild für viele neue Talente zu sein.

Vielen Dank Lena!

LadyStrike bleibt am Ball und verfolgt die Entwicklung im Frauen Unihockey weiter. Welche Erfahrung hast du gemacht betreffend Frauenförderung und wie engagierst du dich? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

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